entosiast – mit Insekten in die Zukunft
– Wissen vermitteln – Vorurteile abbauen – Vertrauen aufbauen – Innovation aufzeigen –

Unsere Rohstoffreserven sind nicht unendlich – im Gegenteil, in Deutschland wurde der Erdüberlastungstag 2022 bereits am 04. Mai erreicht. Es ist dringend notwendig, dass wir mit natürlichen Ressourcen nachhaltiger haushalten. Ein gutes Beispiel ist die Aufzucht von Insekten als alternative Nährstoffquelle. Hier lassen sich große Mengen wesentlicher Rohstoffe einsparen und es wird verhältnismäßig wenig Nutzfläche beansprucht.

 

Erdüberlastungstag 2022

Das frühe Datum des Überlastungstags in diesem Jahr ist alarmierend. Bereits jetzt haben wir für Deutschland betrachtet so viele natürliche Rohstoffe verbraucht, wie auf dem Planeten in einem Jahr nachwachsen können.

Da wir der Erde viel mehr Rohstoffe entnehmen als wir sollten, leben wir ab dem 04. Mai quasi auf Pump, denn ein nachhaltiger Ausgleich ist nicht mehr möglich.

 

Der sogenannte „Overshoot Day“ wurde in den letzten Jahren immer früher erreicht und trotzdem hat sich unser Konsum hierzulande nicht messbar verringert. Aktuell gilt Deutschland weltweit als fünftgrößter Rohstoffverbraucher. Einkommensstarke Industrieländer leben stark zulasten von deutlich weniger gut aufgestellten Ländern, vor allem in der Südhälfte des Globus. Um für uns Rohstoffe zu gewinnen, wird dort in großem Stil die Umwelt unwiederbringlich zerstört.

Lebensmittel-Verschwendung belastet die Umwelt

Hinzu kommt, dass wir vorhandene Ressourcen in großem Maß verschwenden. Aktuell geht beispielsweise auf dem Weg vom Feld bis zum Teller ein Drittel aller erzeugten Lebensmittel verloren. Allein in der Europäischen Union sprechen wir von jährlich knapp 90 Millionen Tonnen ungenutzten und weggeworfenen Lebensmitteln.

 

Dabei geht es nicht nur um die Lebensmittel als solche, sondern vor allem auch um die Rohstoffe, die für ihre Herstellung benötigt werden: Wasser, Energie, Düngemittel etc. Außerdem entstehen bei der Lebensmittelproduktion große Mengen Treibhausgase. Alleine durch eine Halbierung unserer Lebensmittelabfälle ließen sich Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 2015 um ca. 10 Prozent verringern.

 

Händeringend gesucht: Neue Ansätze für die Landwirtschaft

Der Rohstoffbedarf in der Landwirtschaft ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Vor allem Lebensmittel liefernde Nutztiere wie Rinder, Schweine und Geflügel verbrauchen viel Wasser und Futter und nehmen große landwirtschaftliche Flächen in Anspruch.

Gleichzeitig gelangen Landwirte wegen der aktuellen klimatischen Veränderungen in Not: Anhaltende Dürreperioden führen zu absinkenden Wasserspeichern, Feldfrüchte leiden unter den steigenden Temperaturen und auf Weideflächen steht Milchkühen weniger frisches Grünfutter zur Verfügung.

 

Vor diesem Hintergrund lassen sich viele klassische Ansätze nur schwer in gewohntem Maße aufrechterhalten. Landwirte stehen vor der Mammutaufagbe, entweder ihre bisherige Produktionsweise an die aktuelle Situation sowie zunehmende Regulierung anzupassen oder sich neuen, nachhaltigeren Alternativen zuzuwenden. Egal wie sie sich entscheiden, in jedem Fall stehen sie vor immens hohen Kosten. Wohin der Weg sie führt, hängt vor allem von uns Verbrauchern ab. Drängender denn je steht die Frage im Raum, wie wir uns in Zukunft ernähren wollen und inwieweit wir bereit sind, uns auf neue Nahrungsquellen einzulassen.

 

Insekten sind eine solche Quelle, sie enthalten viele essentielle Nährstoffe, Insekteneiweiß ist gleichwertig mit dem von Rind, Schwein oder Geflügel und Insektenfett ist in seiner Qualität mit Palmöl vergleichbar.

 

Ein großes Plus im Sinne der Nachhaltigkeit

Die Aufzucht von Insekten vereinigt eine Reihe von Vorteilen für unsere Umwelt. So wird in der Haltung von Mehlwürmern beispielsweise deutlich weniger Wasser verbraucht als in der Haltung von traditionellen Nutztieren. In Zuchtsystemen decken Insekten ihren Wasserbedarf hauptsächlich über das Futter bzw. das Aufzuchtsubstrat. Das meiste Wasser entfällt in der Insektenzucht auf Verarbeitungsprozesse.

 

Weiterhin wird für die Erzeugung von einem Kilogramm essbaren Insektenprotein im Vergleich zu traditionellen Eiweißquellen wie Rind- oder Schweinefleisch zwei- bis zehnmal weniger landwirtschaftliche Fläche benötigt. Und auch die Treibhausgasemission durch Insekten ist weitaus geringer als in der konventionellen Tierhaltung. So produzieren Schweine beispielsweise 10 bis 100-mal mehr Treibhausgase pro kg Gewicht als Mehlwürmer.

 

Auch der Energiebedarf für die Erzeugung von einem Kilogramm essbarem Insekteneiweiß ist geringer als zum Beispiel für Rindfleisch. Er liegt auf vergleichbarem Niveau mit der Produktion von Schweinefleisch und ist hauptsächlich auf den Betrieb der klimatisierten Anlagen für die wechselwarmen Insekten zurückzuführen.

 

Quellen: